WAS HEISST ZWEINUTZUNG?

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Was ist eigentlich ein Zweinutzungshuhn?

Zweinutzung?

Etwa zweimal und doppelt ausgenutzt? Nein! Henne und Hahn einer Linie geben Eier und Fleisch, –  keine einseitige Züchtung wie in der industriellen Produktion, in welcher die Bruderküken der Legehennen überflüssig sind. Am wichtigsten: ein Huhn ist ein Huhn und kein Produktionsfaktor!

Zweinutzung bedeutet kurz gesagt:
Die Henne legt Eier, der Hahn setzt Fleisch an.

Hört sich logisch an? Ist meistens nicht die gängige Praxis.
Das macht die Ökotierzucht anders als die industrielle Züchtung:

Kükentöten stoppen, Bruderhähne aufziehen! So ruft es im Moment aus der Gesellschaft und das ist ein sehr guter wichtiger Schritt. Es ist allerdings eine Übergangsphase.

Übergang wohin?

Mit dem sogenannten Zweinutzungshuhn gehen wir einen wesentlichen Schritt weiter. Die Tiere einer Linie werden nicht so stark in eine Richtung selektiert und bilden einen guten Kompromiss zwischen Masthähnchen und Legehennen. So bleiben unsere Tiere von sich aus gesünder, gerade weil sie weniger leisten müssen.

Seit den 1950er Jahren werden in der industriellen Tierhaltung Hochleistungs-Legehennen gezüchtet, die fast jeden Tag ein Ei legen. Deren Bruderküken werden aktuell nach dem Schlupf größtenteils mit CO2 getötet. Es lohnt sich wirtschaftlich nicht diese aufzuziehen. Sie müssen wie “Industriemüll” kostengünstig entsorgt werden.
Im Mastbereich werden andere Tiere gezüchtet, bei denen Henne und Hahn beide sehr viel Fleisch ansetzen. Dies mag effizient sein, wenn man an die Fleischproduktion denkt, ist jedoch zu kurz gedacht. Diese Hochleistungstiere sind auf spezielles Futter angewiesen (z.B. künstlich erzeugte Aminosäuren und Vitamine). Für die Tiere ist es zudem mit Leiden verbunden, wenn sie mit bis zu 40.000 anderen Tieren in Hallen meist ohne Tageslicht gehalten werden. In der kurzen Mastzeit von 30 Tagen wachsen sie so stark und schnell, dass sie sich aufgrund eines übergroßen Brustmuskels irgendwann nicht mehr artgerecht bewegen können.  Eine hochspezialisierte Industrie hat sich weltweit entwickelt, in dem das Tier nur noch als Produktionsfaktor betrachtet wird.

Unter den Bedingungen der ökologischen Landwirtschaft wird Biofutter ohne künstliche Aminosäuren und ohne Gentechnik eingesetzt, mind. 81 Tage lang gemästet und Auslauf im Freien ist Standard. Die Hochleistungstiere sind dafür nicht geeignet.

Unser Zweinutzungshuhn ist genau das Gegenteil des Industriehuhns. Wir nennen es das Ökohuhn von Morgen. Denn hier züchten wir Hühner, bei welchen die Henne genügend Eier legt – so bis zu ca. 230 pro Jahr – und der Hahn genügend Fleisch für einen leckeren Braten ansetzt. Ein Konzept, welches die Tiere als hochgeschätzten Teil eines natürlichen Kreislaufs auf dem Hof darstellt. Eier und Fleisch kosten dann etwas mehr, Tierwohl inklusive.

Aktuell bietet die ökologische Tierzucht gGmbH (ÖTZ) bereits die beiden Zweinutzungshühner “Coffee” und “Cream” an. Diese Namen haben wir aufgrund der schönen Federfarben gewählt. Ausserdem noch die alte Wirtschaftsrasse Bresse Gauloise. Mehr

Züchtung ist ein kontinuierlicher Prozess und hört nie auf. Daher arbeiten wir weiter an diesen Tieren, um heute und zukünftig gesunde Hühner und wieder mehr Vielfalt auf den Höfen haben.

Das Zweinutzungshuhn – das Ökohuhn von Morgen – hat folgende Vorteile:

  • Keine spezialisierte Hochleistung – unsere oberste Priorität um Tierwohl zu gewährleisten
  • Zweinutzung – Kein Kükentöten oder Geschlechtsbestimmung im Ei
  • Passt zur ökologischen Landwirtschaft, d.h. lebt in der Herde, hat Auslauf im Freien und kann mit Futter vom eigenen Hof gefüttert werden
  • Zuchttiere – die Eltern der Zweinutzungshühner – leben ebenfalls unter ökologischen Bedingungen, nicht in Einzelkäfigen ohne Auslauf
  • Keine Abhängigkeit von agrarindustriellen Strukturen sondern Züchtung in Bauernhand

Last but not least: Weniger ist mehr!

Wenn wir weniger und ausschließlich hochwertiges Bio-Fleisch essen, kann eine wirklich nachhaltige Tierhaltung ohne Hochleistung zunehmen.
Dies ist dringend – auch für die Fruchtbarkeit unserer Böden und Vielfalt auf den Höfen.
Bist du dabei?

Weniger ist mehr